Wohn-Pyramide

Weil Erich Hauser nicht schlafen konnte, baute er sich eine Wohnpyramide. Er folgte dabei dem Rat seines Künstlerfreundes Ugo Dossi, der Erich Hausers Schlafproblemen und Gesundheit eine beruhigende und heilende Wirkung durch die Pyramide versprach. Als Test erbaute Erich Hauser ein Pyramiden-Konstrukt aus Karton unter dem er gemeinsam mit seiner Frau Gretel Hauser probeweise nächtigte. Beflügelt von der mystischen Wirkung des Konstruktes – das seine Schlafqualität nach eigener Aussage tatsächlich verbesserte – erbaute sich Erich Hauser Anfang der 90er-Jahre eine Pyramide aus Holz, die dem Areal seither einen Hauch von Ägypten verleiht. Auch seine Faszination für geometrische Körper findet sich in diesem Bau wieder – der Mathematik, Sinnlichkeit und hohe Ästhetik vereint.

Ich bin jeden Tag fit und ausgeruht – und ich schöpfe meine ganze Kraft aus der Pyramide.

erich hauser

Der Keller der Wohn-Pyramide wird heute als Geschäftsstelle der Kunststiftung genutzt. Auf drei weiteren Stockwerken verteilen sich Wohnzimmer, Küche mit Wirtschaftsraum, sowie Schlaf- und Badezimmer. Ein Fahrstuhl ermöglichte es Gretel und Erich Hauser, die beide am Ende ihres Lebens aufgrund von Krankheiten im Rollstuhl saßen, sich problemlos und komfortabel zwischen den einzelnen Stockwerken zu bewegen. Die Pyramide kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Die Holzkonstruktion der Pyramide – eine moderne Adaption der ägyptischen Cheops-Pyramide – wurde vom Architekten Hans Lünz entworfen und in der Ausfertigung von Roland Ostertag betreut. Regen drang von Anfang an in die Pyramide ein und veränderte die Statik der Holz-Glas-Konstruktion immens. Bis 2020 wurde die komplette Außenhülle der Wohn-Pyramide in einer sehr aufwendigen und langfristigen Sanierung ausgetauscht. Mittels Einzug von Stahlträgern und Aluminiumfassungen der Fenster lässt sich der Pyramide nun eine gute Zukunft prophezeien. Die Einweihung der sanierten Pyramide wurde im Sommer 2020 gefeiert.

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Der Musiker Fried Dähn und der Medien- und Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert bespielten das Gebäude mit einer Licht-Klang-Komposition, die sich in der Dunkelheit über die Pyramide als Projektionsfläche legte. Es entstand ein zauberhaftes audiovisuelles Lichtspiel mit Linien, Quadraturen, Kreisen und Farben.